So 27.09.
17:00
Kino
Arsenal
zu dem KalenderGäste: Olena Honcharuk (Oleksandr Dovzhenko National Centre), Anastasiya Verlinska (LINOLEUM Contemporary Animation and Media Art Festival), Caroline Fournier (Cinématheque suisse), Tamer El Said (Cimatheque - Alternative Film Center)
Im Vorfeld des 100-jährigen Jubiläums des ukrainischen Animationsfilm im Jahr 2027 bringt LINOLEUM Animationsschaffende, Pädagog*innen, Archivar*innen, Kulturinstitutionen und Branchenexpert*innen zusammen, um eine gemeinsame Vision für die Feierlichkeiten zu entwickeln. Im Laufe des Jahres 2026 untersuchten thematische Fokusgruppen das ukrainische Animationserbe, Bildungsaspekte, neue Technologien, zeitgenössische Produktionen sowie Möglichkeiten zur Einbindung des Publikums im In- und Ausland. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für ein umfassendes Jubiläumsprogramm, das Filmvorführungen, Ausstellungen, Bildungsinitiativen, Forschungsarbeiten, Digitalisierungs- und Restaurierungsprojekte sowie Aktivitäten umfasst, die die Geschichte und Zukunft der ukrainischen Animation sowohl in der Ukraine als auch international stärker sichtbar machen wollen.
Olena Honcharuk ist Kulturmanagerin, Museologin und Werbetexterin. Im Jahr 2000 schloss sie ihr Studium der Kulturwissenschaften an der Kiew-Mohyla-Akademie ab. Seit 2016 arbeitet sie für das Oleksandr-Dovzhenko-Nationalzentrum in Kiew – das ukrainische nationale Filmarchiv. Derzeit ist sie als Kreativdirektorin tätig und konzentriert sich auf die Erhaltung und Weiterentwicklung der Filmsammlung. Gemeinsam mit dem Team des Dovzhenko-Zentrums wirkte sie an der Eröffnung des Filmmuseums sowie an der Präsentation der Ausstellungen VUFKU. Lost & Found (2019), Flights in Dreams and Reality (2020), Il Centenario. Fellini nel mondo (2021), River Whaled Like a Wounded Beast (2023) sowie an internationalen Retrospektiven zu Sergei Parajanov (2024) und Oleksandr Dovzhenko (2026) bei.
Anastasiya Verlinska arbeitete zehn Jahre lang als Projektmanagerin bei der FILM.UA Group. 2014 kam sie zum LINOLEUM Animation Festival und wurde 2016 dessen Direktorin. Sie kuratiert Filmvorführungen, entwickelt Bildungsprogramme und wirkt als Expertin für die Ukrainische Kulturstiftung, die Staatliche Filmagentur der Ukraine sowie RES-POL an der Kulturpolitik mit und unterstützt so die evidenzbasierte Entwicklung von Kultur- und Medienpolitik in der Ukraine.
Im Jahr 2020 erhielt die Cinémathèque suisse von der Enkelin Henri Naus’ eine Sammlung von Amateurfilmen und Fotos, die von ihm – einem belgischen Unternehmer, der eine Zuckerfabrik in Ägypten leitete – aufgenommen worden waren. Nach dem Tod ihrer Mutter entschied sich die Enkelin – selbst ehemalige Gemälderestauratorin und sich des Werts dieser Filme bewusst –, die Sammlung einem Filmarchiv zu übergeben. Das Erbe von Henri Naus ist sowohl Teil des belgischen als auch des ägyptischen Kulturerbes. Die Cinémathèque suisse digitalisierte einige der Filme sowie sämtliche Fotos und Dokumente in Sichtungsqualität und stellte das Material der Cimatheque (Kairo) und der Cinémathèque royale de Belgique zur Verfügung. Dieses Gemeinschaftsprojekt zielt darauf ab, dieses gemeinsame Erbe besser zu verstehen und die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit in den Bereichen Archivierung, Erforschung, Herstellung und Zugänglichmachung zu verdeutlichen. Es behandelt Themen wie die Rolle von Amateurfilmen im historischen Kulturerbe, die Bewahrung von Schmalfilmformaten und Mischtechniken, die Komplementarität von Film- und filmbezogenen Sammlungen sowie die Restitution und Bewahrung transnationalen Erbes, das einen kolonialen Bezug hat.
Caroline Fournier ist seit 2024 Leiterin der Abteilung für das kulturelle Erbe der Cinémathèque suisse, nachdem sie zunächst die Abteilung für Filmkonservierung und -restaurierung leitete und anschließend die Filmsammlungen. Im Jahr 2014 verteidigte sie erfolgreich ihre Doktorarbeit über mehrfache Fassungen im spanischen Film an der Universität Paris III. Sie ist aktives Mitglied der Technischen Kommission sowie des Exekutivkomitees der FIAF.
Tamer El Said ist Filmemacher und Produzent und lebt in Berlin und Kairo. Seine Filmografie umfasst 17 Filme, die regionale und internationale Auszeichnungen erhielten. Er gründete 2007 die unabhängige Filmproduktionsfirma Zero Production in Kairo. El Said ist außerdem Mitgründer und künstlerischer Kodirektor von Cimatheque – Alternative Film Centre in Kairo, sowie Kodirektor des archivbasierten interdisziplinären Projekts Rewind Forward und Kulturpartner von UNREST.
Letters from the Archive war ein kreativer Workshop, der den Filmischen Brief als Form des persönlichen Erzählens in den Mittelpunkt stellte – geprägt durch breitere gesellschaftspolitische Kontexte. Ausgehend vom Werk des kamerunischen Filmemachers Jean-Marie Teno und des sudanesischen Filmemachers Hussein Shariffe brachte der Workshop acht aufstrebende Filmschaffende aus Kamerun, Ägypten und der sudanesischen Gemeinschaft in Ägypten zusammen, um die theoretischen und ästhetischen Möglichkeiten des Filmischen Briefs zu erkunden. Unter Verwendung von Materialien aus verschiedenen Archiven entwickelten die Teilnehmenden eigene, auf Archivmaterial basierende Werke und untersuchten dabei, wie Archivbilder durch persönliche Ansprache neu genutzt und in einen neuen Kontext gesetzt werden können. Als Ergebnis des Workshops entstanden acht Kurzfilme, die das Format des Filmischen Briefs mit Archivmaterial verbinden. Die Filme befinden sich derzeit in der Endphase der Postproduktion.
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